rebecca-wolff Rebecca Wolff

Lara würde wohl nie vergessen was Nicolas ihr mit achtzehn angetan hat.


Kurzgeschichten Nicht für Kinder unter 13 Jahren. © Eigenes Werk

#Zweite #Gesicht
Kurzgeschichte
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Teil 1.

Vielleicht wäre es besser gewesen Nikolas nicht zu begegnen, sich nicht schon im voraus über seine Komplimente zu freuen, über sein strahlendes Lächeln über seinem Charme, seine Art mich zu trösten wenn ich traurig war, seinem Humor und die Art mit mir umzugehen wie ein Kavalier mit einer Lady die in schwierigen familieren Verhältnissen aufgewachsen war, mit einer Mutter als Alkoholikerin und einem Vater der früh gegangen war und mit einer anderen Frau zusammen lebte, doch auch wenn ich ihn nicht vergessen hatte und auch heute manchmal noch von ihm nachts träumte. Ich wusste Nicolas hatte mich nicht verdient nachdem was er getan hatte. Seine letzten Worte, sie klangen mir noch heute deutlich in den Ohren auch wenn inzwischen über zwanzig Jahre vergangen waren und ich das Gefühl hatte das mich das Leben inzwischen ganz anderes als der Liebeskummer im Alter mit achtzehn, gelehrt hatte: "Auch ich kann mit Gefühlen spielen, Lara", hatte er leise lächelnd beim Abschied gesagt. Es hatte mich immer wieder beschäftigt. Was hatte er damit wohl gemeint. Jahrelang hatte ich darauf herum gekaut wie an harten Kanten Brot das mir fast die Zähne heraus riss, hatte gerätselt was seine Worte bedeutet hatten. Fakt war dass ich ihn nie wieder gesehen hatte und noch viele anderen Dinge geschehen waren, wie meine Tochter die ich groß gezogen hatte und meine Arbeit als Bürokauffrau. Ich hatte noch viele Dates gehabt, hatte betrogen um mich an Nicolas zu rächen, meiner vergangenen Liebe doch was brachte mir das? Was brachte die Rache. Man blieb leer aus, fühlte sich für ein paar Minuten glücklich und dann perplex kam die alte Leere zurück. Was ergab daß denn bitteschön für einen Sinn? Man ging mit leeren Taschen weg nicht mit vollen. Ich würde Nicolas sowieso niemals wieder zurück bekommen. Eines Tages war es mir aufgefallen, es war mir in Sekundenschnelle wie ein gleißend heller Blitz in der Dunkelheit aufgegangen und das sechzehn Jahre später. Es war doch so verdammt einfach. Warum war mir das nicht früher bewusst geworden. Warum hatte ich mich wie ums verrecken damit bemüht den alten Schmerz loszubekommen. Ich hatte verstehen wollen warum er mich betrogen hatte mit der Anderen und mich verlassen hatte und es war doch so einfach. Nicolas hatte das gleiche Spiel wie ich nach ihm getrieben. Er hatte sich an mir gerächt wegen einer vergangenen Liebe, die so wie es ernsthaft aussah nicht erwidert worden war und er "das zweite Gesicht" benutzt hatte wie es meine Tante Frederike heute nannte als ich sie nach Jahren darauf angesprochen hatte um mich zu enttäuschen und ihm seine vergangene Liebe ebenfalls unheimlich nahe gegangen war und hatte mich hängen lassen. Manchmal musste man, hatte ich gelernt, erst sich selbst kennen lernen um auch andere Menschen zu verstehen die einem Unrecht taten und als zweiten Schritt verstehen, als dritten Schritt verzeihen auch wenn das verdammt schwer war, aber besser als sich weiter zu quälen. sich selbst verzeihen weil man das gleiche Spiel getrieben hatte und dann weiter gehen und eine andere Einstellung entwickeln. Denn eine optimistische Ansicht war besser als eine überaus negative Einstellung im Leben. Weitergehen und der Zukunft nicht mit Angst sondern mit Hoffnung begegnen.

2. Juli 2022 16:42:48 0 Bericht Einbetten Follow einer Story
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Das Ende

Über den Autor

Rebecca Wolff Rebecca Wolff ist in der schwäbischen Alb geboren, wohnhaft im Kreis Stuttgart. Schreiben ist ihr Hobby. Es ist wunderbar in die Welt des schreibens einzutauchen und auch zu lesen. Sie denkt gerne über den Sinn des Lebens nach, hinterfragt auch vieles. Ihre eBooks beschreiben meistens das Leben.

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